Madrabours Eck

Brotkörbchen


Es war einmal ein kleines Mädchen, das hiess Brotkörbchen. Eigentlich sollte der Name des Mädchens ja etwas anders lauten, doch die in der Nachbarhütte wohnenden Grimms hatten den ursprünglichen Namen geklaut und in einem Märchen verbraten. Da die Familie des Mädchens sehr Arm war, musste das Mädchen immer im Brotkörbchen schlafen, und wurde dann auch gleich selbst so genannt.
Zum vierzehnten Geburtstag war es in der Gegend des Mädchens üblich, die Großmutter zu besuchen. Als nun Brotkörbchen eben jenen Geburtstag feierte, war Sie froh, wohnte doch die Großmutter mit im Haus der Familie und ihr blieb so ein langer Weg erspart. Das dachte Brotkörbchen jedenfalls.
Der geneigte Leser jedoch kommt natürlich sofort auf den Gedanken, daß die meisten Menschen doch 2 Großmütter haben. Auf diesen Gedanken kam auch Brotkörbchens Mutter, und obwohl unser junges Mädchen auch quengelte und quingelte, wurde es nun doch auf den weiten Weg zur anderen Großmutter geschickt. Als Gastgeschenke sollte das Mädchen eine rote Kappe, eine Flasche Wein und ein Strauß Blümchen mitnehmen.

So brach das Mädchen schliesslich maulend auf. Wie nicht anders zu erwarten, führte Brotkörbchens Weg durch einen dunklen, finstren und natürlich auch ganz und gar verwunschenen Wald. Kurz bevor der Weg das Mädchen in den Wald führte, kam ein mit lauter alten Damen beladenes Pferdegespann entgegen. Doch was war das, ein Stück hinter dem Wagen lag eine der Damen auf dem Weg und jammerte. Sie hatte sich wohl nicht richtig festgehalten und war so vom Wagen geplumpst und keiner hatte etwas bemerkt. Mutig sprang Brotkörbchen vor die Pferde und zwang so den Wagen zum Anhalten.
Das vom Wagen gefallene Muttchen hatte sich inzwischen aufgerappelt und war zum Wagen nachgelaufen gekommen. Nachdem es erst einmal ein laute Schimpferei mit dem Kutscher gegeben hatte, wandte sich die Alte dem Brotkörbchen zu, welches eigentlich grade weiterlaufen wollte.
Die Alte fragte das Mädchen, ob es durch den Wald wollte, was dieses bejahte. Die Alte warnte Brotkörbchen, dass der Wald verwunschen sei (der Autor erwähnte es ja bereits...) und einem dort drin jede Menge kleine und große Unglücke geschehen könnten. Da Du mir aber geholfen hast, möchte ich Dir zum Dank etwas schenken, was Dich vor diesen Unglücken im Wald schützt. Aber nur wen Du es auch um den Hals trägst! Mit diesen Worten überreichte die Alte dem Mädchen ein wunderschönes Silberkettchen und kletterte dann ohne ein weiteres Wort auf den Wagen, welcher rumpelnd davonfuhr.

Staunend betrachtete das Mädchen Ihren neuen Schatz.Silberkette Artikelnr. 312 Die vielen kleinen Glitzerkugeln spiegelten sich in der Sonne und es blitzte und flimmerte. Probeweise legte Brotkörbchen ihr neues Kettchen an. Natürlich fand sich das Mädchen mit ihrem neuen Schmuckstück wunderschön, doch leider war es (also das Mädchen, nicht das Kettchen) auch sehr widerspinnstig. Es wollte nun partout nicht das tun, was ihm eine fremde alte Frau geraten hatte. Außerdem hatte Brotkörbchen Angst, daß jemand die Kette sehen und ihr stehlen könnte, weil es doch ein so wunderschönes Kettchen war. So löste sie den Verschluss des Kettchens, steckte es in die einzige ihrer Hosentaschen, welche sie verschliessen konnte und setzte ihren Weg fort.

Und betrat den Wald

Am Anfang dachte Brotkörbchen noch, das es doch gar nicht so finster im Wald sei. Je weiter sie jedoch in den Wald hineindrang, desto dunkler wurde es und nur auf den Weg fielen ein paar Sonnenstrahlen. Als Sie grade einen Blick nach oben warf, stolperte Sie... und fiel natürlich der länge nach hin und schrammte sich kräftig die Ellenbogen auf. Auauauaua rief Brotkörbchen, Verflixt und Zugezwirbelt!. An das Silberkettchen dachte sie aber bei diesem ersten Unglück noch nicht.
Kurze Zeit später kam das Mädchen an eine Kreuzung. Dort entsprang auch eine Quelle, an der das Mädchen die Gelegenheit nutzte, ihre aufgeschrammten Ärmchen ein wenig zu kühlen und zu säubern.

Als sie wieder aufblickte, sah sie plötzlich einen Wegweiser. Brotkörbchen hätte schwören können, daß dieser Wegweiser eben noch nicht dagewesen war. Aber vieleicht irrte sie sich ja auch oder die schmerzenden Ärmchen hatten Sie zu sehr abgelenkt, wie auch immer.
Auf dem Wegweiser stand Zum Brotbaum geschrieben und er zeigte nach links. Eigentlich sollte das Mädchen ja immer geradeaus gehen, aber wie sich der geneigte Leser denken kann, sind kleine Mädchen natürlich neugierig. Sicherlich wird sich Großmutter freuen, wenn ich ihr ein paar selbsgepflückte Brote mitbringe murmelte das Brotkörbchen vor sich hin und lief nach links.
Es dauerte gar nicht lange und das Mädchen kam an einen riesigen Baum, welcher voller Brote und Brötchen behangen war. Staunend blickte Brotkörbchen nach oben, als sich plötzlich eines der Brötchen löste und rumstibumsti genau auf den Kopf den Kopf des Mädchens fiel. Wieder schrie es Auauauauauaua! Du blöder Baum! und lief zum Baumstamm und versetzte ihm einen kräftigen Tritt.
Das hätte sie jedoch besser nicht getan, den plötzlich lösten sich immer mehr der Brötchen und auch einige der größeren Brote und alle trafen wie durch ein Wunder das Mädchen. Und wieder Auauauauauaua!. Das würde viele blaue Flecke geben. Plötzlich merkte Brotkörbchen, dass die Flasche Wein heruntergefallen und sich der Korken gelöst hatte. Schnell hob sie die Flasche auf, doch war schon fast die Hälfte ausgelaufen.Was wird die Großmutter nur denken! jammerte Brotkörbchen vor sich hin. Sie wird denken, ich bin dem Suff verfallen und habe den Wein selbst getrunken. Was mach ich denn jetzt! Was mach ich nur, was für ein... das Mädchen stutzte ...Unglück.
Da fiel ihr das Silberkettchen und die Worte der Alten wieder ein. Schnell kramte Sie das Glitzerkugel-Silberkettchen heraus und legte es an. Sofort wurde ihr leichter ums Herz. Und dann hatte Sie plötzlich eine Idee!
Schnell griff sie sich ein paar der herumliegenden Brote und lief den Weg zurück zur Quelle. Dort angekommen, nahm sie den Korken aus der Flasche und wollte grade etwas Wasser hinein füllen. Da dachte Sie Ach hols der siebengestiefelte Krückengeier, was solls! und nahm selbst erstmal einen kräftigen Schluck.
*Rüüüüülps*Hicks* sprachs und füllte dann die Flasche mit Wasser voll. Brotkörbchen dachte sich, das der Geschmack der Großmutter eh nicht mehr so gut sei. Sie würde der Großmutter erzählen, es sei ein Rose-Wein und damit basta!

Da es vorher noch nie Alkohol getrunken hatte, war das Mädchen zwar von dem einen Schluck schon leicht beschwipst, trotzdem passierte ihr auf ihrem weiteren Weg durch den Wald kein weiteres Missgeschickt. Auch der Wolf, der hier für gewöhnlich kleine Mädchen weit weg vom Weg locken will liess sich nicht blicken (da er grade ein neues Haus bauen lies und somit ganz schön im Stress war).
Schliesslich verlies Brotkörbchen den Wald und gelangte schon kurz darauf zum Haus der Großmutter. Freudig lief Sie der schon an der Türe wartenden alten Frau entgegen, als sie plötzlich mit dem Ärmel an einem Rosenbusch hängen blieb. *RAAAAAAAAATSCH* machte es und der durch den Sturz schon etwas zerfetzte Ärmel löste sich ganz von ihrer Jacke. Och Menno! rief Brotkörbchen. Doch statt den Ärmel aus dem Rosenbusch zu holen, lief sie nun weiter, um erst einmal die Großmutter zu begrüßen.

Später saßen die beiden an einem wärmenden Kaminfeuerchen. Natürlich hatte sich die Großmutter sehr über die Mitbringsel gefreut und natürlich hatte die Großmutter nichts vom 'Weinbetrug' gemerkt (Anmerkung des Autors: Natürlich hatte die Großmutter den Betrug doch bemerkt. Da sie aber dachte, das die Eltern des Mädchens den Wein aufgrund ihrer Armut selbst verdünnt hatten, sagte sie lieber nichts. Schon aus dem Grund nicht, da die Eltern des Mädchens einen Kredit mit horrenden Zinsen an die gar nicht so nette Großmutter zurückzahlen sollten...aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte...). Nachdem Sie gegessen hatten, erzählte Brotkörbchen der Großmutter die Geschichte mit der Kette, die Stelle mit der Weinverdünnung lies sie allerdings aus. Warum ist mir denn nur auch mit der Silberkette das Unglück mit dem abgerissenen Ärmel passiert? fragte das Mädchen, nachdem sie alles erzählt hatte. Hörst Du denn nie richtig zu, wenn andere was sagen? antwortete die Großmutter. Die alte Frau, von der du die Kette hast sagte doch eindeutig 'im Wald'! Den Ärmel hast du dir doch nich im sondern ausserhalb des Waldes abgefetzt!
Da begriff das Brotkörbchen, daß das Silberkettchen wohl nur in diesem einen verwunschenen Wald funktioniert. Da dieses Kleinod aber auch außerhalb des Waldes wunderschön aussah, trug Brotkörbchen ihre Kette nun immerzu, ob bei Tag oder Nacht.
Später kam dann noch ein wunderschöner Prinz aus der Nachbarschaft vorbei und verliebte sich unsterblich in das Mädchen. Noch am gleichen Abend fand eine prunkvolle Hochzeit statt, und auch hier trug Brotkörbchen ihr Silberkettchen. Der Drache, der eigentlich auf der Hochzeitsfeier das Brotkörbchen rauben sollte, hatte grade Urlaub, und so waren alle glücklich bis an ihr Lebensende. Und wenn sie nicht gestorben sind... tja wenn sie nicht gestorben sind, sind sie inzwischen vieleicht zu Vampiren oder Zombies geworden, wer weiß das schon...


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Letze Änderung: 20.11.2009

Zitat der Woche:

Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.


Kurt Tucholsky
Silberkette in der Kurzgeschichte Brotkörbchen - Silber-Schmuck
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